Wohnsituation

Einkommensschwache Haushalte sind am stärksten vom angespannten Wohnungsmarkt betroffen. In den Ballungsräumen müssen „unbeliebte“ Mietergruppen an die Ränder der Stadt ausweichen.

Auch Familien, die nicht an der Armutsgrenze leben, spüren den Druck. Angestoßen von gesetzlich vorgeschriebenen, mitunter fragwürdigen Energie-Verordnungen werden ganze Quartiere saniert und die Kosten werden zu großen Anteilen an die Mieter weitergegeben. Die Reallöhne sind jedoch nicht in demselben Maße gestiegen, so dass der Anteil der Mietbelastungen an den Lebenshaltungskosten immer weiter wächst. Während in Deutschland durchschnittlich ein Drittel des Einkommens für Miete ausgegeben wird, zahlen arme Familien ungefähr die Hälfte

Flüchtlinge sind in besonderer Not: Viele leben in provisorischen Unterkünften wie Turnhallen oder umfunktionierten Großmärkten. Dieser Zustand ist oft kein Notbehelf, sondern zieht sich über Monate. 

Besonders betroffen sind davon Kinder und Frauen, die in den Unterkünften keinerlei Rückzugsraum haben und nur unzureichend vor Übergriffen geschützt werden können.

Dies ist ein desaströser Zustand, der menschenunwürdig und darüber hinaus ökonomisch nicht sinnvoll ist. Denn die Finanzierung solcher „Großwohnräume“ ist kostspielig und das Geld nicht nachhaltig investiert.

Dies alles kann kein Zufall sein. Die aktuelle Wohnungspolitik scheint die Wohnungsfrage zu individualisieren und zu liberalisieren. Jeder ist für sich selbst verantwortlich! Solidarische Formen des Wohnens und Wirtschaftens scheinen eine Luxusnische für wohlhabendere Mittelschichtler*innen zu werden.