Was uns bewegt

In Köln ist der Anteil an öffentlich gefördertem Wohnraum auf den historischen Tiefstand von sieben Prozent geschrumpft. Zeitgleich sind die Mieten in den letzten zehn Jahren in einigen Stadtgebieten um weit über 30 Prozent gestiegen.

Der Mangel ist hausgemacht und erzeugt einen zunehmend erbittert geführten Verteilungskampf. Für diesen Kampf tragen Flüchtlinge keine Verantwortung. Aber sie leiden darunter. Mehr als viele andere: Tausende sind noch immer in Massenunterkünften zusammengepfercht, die weit unterhalb des Niveaus von Obdachlosenunterkünften liegen.

Ein Ende ist leider nicht in Sicht, trotz gegenteiliger Beteuerungen der Stadt Köln.

All das sind Gründe, um die Forderung nach bezahlbarem, menschenwürdigem Wohnraum laut und nachdrücklich zu erheben.

Und das Wagnis einzugehen, alle zum solidarischen Miteinander aufzufordern:

* Diejenigen, die in Turnhallen und Leichtbauhallen mehr überleben als leben,

* diejenigen, die keine Wohnung finden,

* diejenigen, die überteuerte Mieten zahlen müssen,

* diejenigen, die durch Luxussanierungen verdrängt werden

* und alle anderen, die diesem Zustand abhelfen wollen.

Wir erinnern uns: Es war im Sommer 2015, als Deutschland für etwas mehr als 100 Tage aus einem Zustand ängstlicher Abwehr zu einer freundlichen offenen Gesellschaft aufgebrochen ist.

Menschen aus unterschiedlichen Milieus und Altersklassen fanden in solidarischer Hilfe zueinander und haben gemeinsam angepackt. Viele haben verstanden, dass soziale Probleme – sei es beim Thema Wohnen, Gesundheit, Bildung oder Arbeit – uns alle angehen.

Der Sommer 2015 ist nicht lange her. Auch wenn diejenigen, die an ihrer Angst, an Abwehr und Rassismus festhalten wollten, einige Monate später die Willkommenskultur in Deutschland wieder zurückdrängen konnten. Sie machen Geflüchtete oft verantwortlich, zum Beispiel für die Wohnungsnot. Wer so argumentiert, hat die bundesdeutsche Wohnungspolitik nicht verstanden oder ist auf rechtem Stimmenfang.

Das Blatt kann sich wieder wenden.

Dazu fordern wir auf. Dafür setzen wir uns ein.