Lösungsansätze

An vielen Stellen und auf unterschiedlichen Wegen versuchen kreative Menschen, Lösungen für die Wohnungsnot zu finden. 

Hier einige Beispiele:

Im August 2018 ging das Projekt „8-Euro-Wohnungsbau“ mit der Grundsteinlegung im Quartier Vogelkamp Neugraben in Hamburg an den Start. Speziell für die Haushalte, deren Einkommen oberhalb der Grenzen des geförderten Wohnungsbaus liegen, aber mit freifinanzierten Neubauangeboten finanziell überfordert sind, möchte der Hamburger Senats dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schaffen. Kennzeichnend für „8-Euro-Wohnungsbau“ sind eine Kaltmiete von 8 €/ m2, keine Mieterhöhung innerhalb von fünf Jahren, keine Belegungsbindung, Baukostenevaluierung und Nachweise und hohe städtebauliche und architektonische Qualität.

Im September 2018 erfolgte der symbolischer Spatenstich für einen ersten Systemhaus-Neubau in der August-Krogmann-Straße, ein weiteres Beispiel aus dem Projekt „8-Euro-Wohnungsbau“. Systemhaus bedeutet, dass die tragenden Wände und Decken gleichartig konstruiert sind, die Grundrisse der Wohnungen aber mit nicht tragenden
Wänden gestaltet werden. Neben der seriellen Bauweise sollen Typengenehmigungen es ermöglichen, dass diese Häuser um 15 bis 20% preiswerter errichtet werden können als traditionell gebaute Häuser. Typengenehmigungen bedeutet, dass die Modelle einmal genehmigt werden (ähnlich wie Automodelle oder Windräder) und dann jedes Wohnungsunternehmen aus einem Katalog von 9 Anbietern die für sie passenden Häuser auswählen und mit
geringfügigen Anpassungen an die konkreten örtlichen Bedingungen bau

Die Kalkbreite – ein neues Stück Stadt – Unter diesem Titel entwarfen 2006 eine Handvoll QuartierbewohnerInnen und Fachleute in Zürich die Vision einer nachhaltigen Bebauung eines Straßenbahndepots. U.a. wurden 89 Wohnungen für insgesamt 230 Menschen gebaut. Die günstigen Mieten und ein breites Angebot an Wohngemeinschafts-, Familien-, Paar- und Singlewohnungen fördern eine breite soziale Durchmischung.

In Sögel stand man im Sommer 2015 vor der Situation, nach dem gültigen Verteilungsschlüssel mehr als 200 Asylbewerber aufnehmen zu müssen. Der verfügbare Wohnraum in der Gemeinde war jedoch ohnehin bereits knapp. „Trotzdem wollten wir die Menschen nicht in Gemeinschaftsunterkünften oder Turnhallen zusammenpferchen, sondern sie anständig und lebenswert unterbringen“ so Bürgermeister Klawitter. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis anderer Sögeler*innen wurde Willkommen in Sögel eG: Bürgergenossenschaft für Menschen in Notgegründet. Ziel der Genossenschaft ist der soziale Wohnungsbau, um Flüchtlingen und sozial Schwachen Mitbürgern Wohnraum anbieten zu können. Schon zwei Jahre nach Gründung der Genossenschaft wurde der dritte und letzte Neubau fertiggestellt.

Unter dem Titel Bremer Punkt“ wurden viergeschossige Häuser von der GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen (mehrheitlich im Eigentum der Stadt) zwischen Bestandshäuser aus der Nachkriegszeit gebaut. Das aus dem GEWOBA-Architektenwettbewerb „ungewöhnlich wohnen“ entstandene Punkthaus zeigt exemplarisch, wie Siedlungen der fünfziger- und sechziger Jahre mit kostengünstigem, qualitätsvollem und seriellem Wohnungsbau aufgewertet werden können. Die nachhaltige Hybridholzbau-weise ermöglicht eine kurze Bauzeit. Dank flexibler Grundrissgestaltung mit bis zu 22 Grundrissvariationen bietet der Neubau zudem ein hohes Maß an Individualisierung.

In München wurden 2016 durch die Überbauung eines Parkplatzes am Dantebad schnell und pragmatisch 86 Einzimmerwohnungen und 14 Wohnungen mit 2,5 Zimmern von der Gemeinnützigen Wohnungsfürsorge AG der Stadt München gebaut. Das Wohnhaus steht auf Stelzen über einem Parkplatz. In Gemeinschaftsräume können sich die Mieterinnen und Mietern begegnen. Die durchschnittliche Miete beträgt 9,40 Euro/ qm (kalt). Die Belegung erfolgt über die Stadtverwaltung für berechtigte Haushalte verschiedener Einkommensstufen. 51 Wohnungen werden an anerkannte Flüchtlinge und andere Wohnungslose mit Registrierbescheid vergeben. Alle Mieterinnen und Mieter erhalten einen regulären Mietvertrag.

In der sogenannten Indianersiedlung in Köln-Zollstock haben „die Siedler ein eigenes Konzept entwickelt, das selbstbestimmtes Wohnen für Siedler, ältere Menschen und Flüchtlinge vorsieht“. Innerhalb dieses Konzeptes möchte die Siedlergenossenschaft anstelle der von der Stadt Köln geplanten Containerbauten mit den Geflüchteten gemeinsam Wohnraum schaffen.

Architekturstudierende der TH Köln haben im Rahmen des Projektes „mixed integration“ Bauentwürfe in Köln-Ehrenfeld und Köln-Deutz entwickelt, die ein gemeinsames Wohnen und Leben von Geflüchteten, Studierenden und Familien vorsehen.

Der gemeinnützige Verein Bauen, Wohnen, Arbeiten e. V. verfolgt ebenfalls ein Konzept des Wohnens mit sozialen Strukturen. In Köln-Ossendorf besteht bereits ein Areal, in welchem 130 Personen in Häusern, bewohnbaren Bauwagen und Gartenhäuschen wohnen – inmitten von Freiflächen für den Gemüseanbau, die Hühnerhaltung und Kinderspielplätze. Es gibt Gemeinschaftsräume und die Bewohner*innen bestimmen die Regeln des Zusammenlebens selbst. Die Häuser sind je nach Lebensstruktur aufgeteilt, das heißt: Familien wohnen mit anderen Familien, Ältere mit anderen Senioren und junge Alleinstehende mit anderen ledigen jungen Erwachsenen zusammen. Wenn sich die Lebensstruktur ändert, werden auch die Häuser gewechselt. Gebaut wird so weit wie möglich selbst, ansonsten werden lokale Handwerksbetriebe mit einbezogen. Ein neues Projekt soll in Köln-Bilderstöckchen starten.

Weitere Beispiele nehmen wir gerne in unsere Liste auf! Bitte meldet euch unter info(at)wohnen-wagen.de

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