Arm und reich – alle gleich?

Für eine Stadt ohne Obdachlosigkeit – für eine Stadt ohne Armut.

Der zweite Kölner Tatort im kommenden Jahr führt die fiktiven Kriminalhauptkommissare Max Ballauf und Alfred („Freddy“) Schenk laut Vorankündigung in die Welt der Obdachlosen und zu deren Überlebenskampf, nachdem eine Frau unter einer Brücke im Schlaf angezündet wurde. Der Titel des Films: „Brennen sollst Du“.

Nebenrollen in solchen Krimis haben oft Schauspieler die Journalistinnen und Journalisten darstellen, die sich bemühen von den Kommissaren Ermittlungsergebnisse zu erhalten. Regelmäßig werden sie von den Polizisten mit dem Hinweis auf die laufenden Ermittlungen zurechtgewiesen.

In realen Köln war das gestern nicht nötig. Da hat die Pressestelle der Polizei den Medien mitgeteilt, dass sie einen 29jährigen Obdachlosen im Visier haben. Mit kleinen Meldungen in den heutigen Ausgaben der Tageszeitungen wird das gewürdigt.

Die Kölnische Rundschau referiert dankenswerter Weise nicht nur den Polizeibericht, sie lässt auch Andreas Hupke, den grünen Bezirksbürgermeister der Kölner Innenstadt, zu Wort kommen. Er äussert nicht nur wie die Grünen Sozialpolitiker Sven Lehmann und Marc Kersten seine Bestürzung über die abscheuliche Tat, sondern er beklagt auch dass zu viele Menschen „schutzlos im Regen stehen“, und fordert die Stadt auf, die Betroffenen besser zu schützen.

Während selbst die Tatort-Kommissarinnen und –Kommissare in vielen dieser sozialkritisch angelegten Krimis die gesellschaftlichen Ursachen von Straftaten ansprechen, halten sich die Kölner Medien bedeckt. Dabei müssten sie nur mal lange Gespräche mit obdachlos gewordenen Jugendlichen, Frauen und Männern führen und sie ausführlich zu Wort kommen lassen, um die Einsicht entstehen zu lassen, woher die Gewalt unter den Obdachlosen und gegen Obdachlose kommt.

Während das heute unterlassen wird, liegt dem Kölner Stadt-Anzeiger und der Kölnischen Rundschau jeweils ein Faltblatt bei, das aufgeklappt 125 x 46 cm groß ist und ein Panorama von Köln zeigt, das fett mit „Wohnprojekte Köln“ überschrieben. Ich empfehle diese Zeitung heute wegen dieser Beilage zu kaufen. Sie verschafft eine Ahnung davon, wie Köln zu einem Milliardenmarkt der Immobilienwirtschaft geworden ist, der Reichtum und Obdachlosigkeit produziert.

Während wir morgen von 13.30 – 15 Uhr auf unserer Kundgebung vor dem Rathaus auf dem Alter Markt „Verschließbare Zimmer für alle Obdachlosen“ als Übergangslösung für ein möglichst schnelles „Housing Frist“ für alle fordern, tagt der neugewählte Stadtrat. Wie im beigefügten Artikel aus der Rundschau erklärt wird, geht es um die Verteilung der Aufsichtsräte. „Im Vorfeld haben sich die Parteien darauf verständigt, wer künftig welches Gremium leiten soll.“ Nachdem die CDU die Grünen über den Tisch gezogen hat und alle im Interesse der Immobilienwirtschaft wichtigen Posten unter ihre Kontrolle gebracht hat, erklären sie gönnerhaft: „Die Grünen langen richtig zu.“

Die Realsatiren trösten allerdings nur ein Bisschen über den pandemiebedingten Ausfall der Stunksitzung. Tatsächlich bietet das Kölner Biotop der Raffzähne und Miethaie weit mehr Anlass zu Wut als zum Lachen.

Wir müssen ermitteln wem die Stadt gehört und sie zu einer Stadt für die Menschen machen, die drin wohnen.
Für eine Stadt ohne Obdachlosigkeit – für eine Stadt ohne Armut.

9.Dezember 2020
Klaus Jünschke

https://klausjuenschke.net/2020/12/17/arm-und-reich-alle-gleich/

 

Zeit der Ungeduld

Wohnungsmangel und Wohnungsnot sind nach wie vor die bedrängendsten Probleme der Menschen.

Die Stadtverwaltung unternimmt auch nach Jahrzehnten der Mängelverwaltung fast nichts, um den Menschen mit dem Bau von für Viele bezahlbaren Wohnungen zu helfen.
Frau Reker „entschuldigt“ sich für das Versagen mit „Was kann ich dafür, wenn die Investoren nicht bauen.“

Statt stadteigene oder stadtnahe Ressourcen für einen gemeinnützigen Wohnungsbau zu nutzen, setzen Frau Reker, die CDU und Herr Greitemann auf „Investoren.“

Vor nicht allzu langer Zeit wurden diese noch mit dem Kern ihres Handelns bezeichnet: SPEKULANTEN!!
Die Stadtrevue beschreibt in ihrer Novemberausgabe konkret das Handeln der Spekulanten in Mühlheim-Süd: „Bauland ohne Bauen“, d.h. Grundstücke wurden gekauft, liegen gelassen, auf die Wertsteigerung spekuliert und später mit großem Gewinn weiter verkauft, „…wie in der Branche üblich unter Umgehung der Grunderwerbsteuer.“

Dies schmerzt dann der Stadt Köln mehrfach:

Einmal weil Grundstücke brach liegen, die dringend für Wohnungsbau gebraucht werden.
Zum anderen, weil die Bodenpreise hoch gepuscht und damit die Baupreise in die Höhe getrieben werden. Zum Dritten, weil die ausgebliebene Grunderwerbsteuer im städtischen Haushalt dringend gebraucht wird. Z. B. für soziale Projekte wie die Unterstützung von Obdachlosen, Frauenhäuser, Armutsbekämpfung.

Um gegen das fehlende städtische Handeln zu protestieren, fanden in dieser Woche –jeweils mit Beteiligung von „Wohnen-Wagen“ – zwei Aktionen statt:

Am 18.11. 2021 vom „Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot und Stadtzerstörung“ vor dem Rathaus
 

am 20.11.21 am deutschlandweiten Aktionstag der „SolinetzGruppeKöln“ auf dem Wiener Platz.

    

MIETEN STOPP! Denn dein Zuhause steht auf dem Spiel

3 zentrale Bausteine

So soll der Mietenstopp aussehen

1. Mieten einfrieren

Bundesweit für 6 Jahre

Die Mieten sollen auf dem jetzigen Stand flächendeckend und bundesweit für sechs Jahre eingefroren werden. Auch bei Wiedervermietungen braucht es strikte Oberwerte. Die Überforderung mit bislang überhöhten Mieten muss ein Ende haben. Im Klartext: Keine Mieterhöhungen mehr! Das gilt auch für Staffel- und Indexmieten.

2. Fairmieter*innen unterstützen

Ausnahmen mit Oberwerten

Damit faire Vermieter*innen, wie etwa viele Genossenschaften und private Vermieter*innen, nicht in Bedrängnis kommen, soll ihnen eine maximale Mietsteigerung von 2 Prozent jährlich erlaubt sein. Dies, insoweit die bislang gezahlte Miete bestimmte Oberwerte nicht übersteigt.

3. Bauen, bauen, bauen

Bezahlbare Mietwohnungen statt Luxus

Neubau ist ausgenommen, damit weiter dringend benötigter Wohnraum geschaffen wird. Klar sein muss aber auch: Niemand braucht weitere Luxuswohnungen. Neubau hilft nur, wenn bezahlbare Mietwohnungen entstehen!

Weitere Maßnahmen

 
 

Euch droht die nächste Mieterhöhung, eine Sanierung oder Umwandlung?

  1. Informiert Euch über Eure Rechte.
  2. Schließt Euch zusammen mit anderen Betroffenen.
  3. Nehmt Kontakt zu Initiativen vor Ort auf.
  4. Holt Euch rechtliche Hilfe (z.B. bei Organisationen & Initiativen aus unserem Bündnis).
  5. Unterstützt die Kampagne Mietenstopp.
 

Mietenstopp stärken -Materialien bestellen

Mach den MIETENSTOPP in deiner Stadt groß! Hier findest du alle hilfreiche Materialien dafür. Unseren informativen MIETENSTOPP-Falter, unser MIETENSTOPP-Poster (DIN A3), unsere stylischen MIETENSTOPP-Aufkleber und natürlich auch unsere legendäre MIETENSTOPP-Hand (50 x 80 cm).

19.6.2021: Mietenstopp – Aktionstag in Köln

Bundesweiter Aktionstag – Bündnis fordert sechsjährigen Mietenstopp

Am 19. Juni fanden in über 65 Städten Aktionen für einen bundesweiten sechsjährigen Mietenstopp statt. In Köln beteiligen sich neben unserem Aktionsbündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn auch DGB und Mieterverein. Der Tag begann um 11 Uhr mit einer Pressekonferenz (DGB & Mieterverein) im Deutzer Hafen. Anschließend startet eine Mietenstopp-Fahrrad-Tour mit verschiedenen Stationen auf beiden Seiten des Rheins.

Kalle Gerigk sagte dazu: „In Köln müssen viele Haushalte schon mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete aufbringen und die Angst vor der nächsten Mieterhöhung steigt. Zusätzlich verschärften die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie die Angst auf der Straße zu landen. Darum brauchen wir einen sofortigen bundesweiten Mietenstopp.“

„In Köln sind die Mieten in den letzten fünf Jahren um 22 Prozent gestiegen. Während 2016 für einen Quadratmeter noch 10,00 Euro zu zahlen waren, mussten Anfang 2021 bereits 12,20 Euro gezahlt werden. Die nächste Bundesregierung muss aktiv werden und den Mieterinnen und Mietern durch einen sechsjährigen Mietenstopp eine Atempause verschaffen“, ergänzt Klaus Adrian.

Bericht im Kölner EXPRESS:

https://mobil.express.de/koeln/demo-in-koeln-aktivisten-warnen-vor-heftiger-entwicklung-und-stellen-klare-forderung-38502978?originalReferrer=

Artikel im „Kölner Stadtanzeiger vom 21.6.2021:

Kölner Stadt-Anzeiger vom 21.6.2021

Route: Raum 13 Mühlheim – Deutzer Brücke zum Heumarkt – Maus WDR Breitestraße – Leerstände in Ehrenfeld 3 Häuser – – Friesenplatz (Abschlusskundgebung des Kölner Friedensforum)

 

 

Leerstand melden!!!

Seit dem 1. Juli 2014 gilt in Köln das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum. Preiswerter Wohnraum in Köln ist knapp. Der Schutz und Erhalt des Wohnungsbestands hat deshalb eine wichtige Funktion. Ziel ist, die Wohnversorgung der Kölner Bevölkerung zu angemessenen Bedingungen zu gewährleisten.

Meldet Leerstände!!! Solltet Ihr eine Zweckentfremdung vermuten oder sogar einen zweckentfremdeten Wohnraum kennen, dann könnt ihr dies der Stadt mit dem folgenden Formular melden:
https://formular-server.de/Koeln_FS/findform?shortname=56-F38_WohnRZwEnt&formtecid=3&areashortname=send_html

Fragen und Antworten der Stadt Köln zum Wohnraumschutz:
https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/wohnen-wohnungshilfen/fragen-antworten-zum-wohnraumschutz

Einladung Buchvorstellung und Podiumsdiskussion

Die Gesetze der Marktwirtschaft sind so simpel wie gnadenlos:
Wer nicht zahlen kann, soll auch nicht wohnen.
Das Autor*innenkollektiv „Wohnen zwischen Markt, Staat und Gesellschaft“ hat ein Handbuch verfasst, welches eine sozialwissenschaftliche Perspektive auf das Wohnen gibt und aktuelle Debatten einem breiten Publikum zugänglich macht. In diesem Handbuch wird ein kompakter Einblick in zentrale Debatten und Konzepte zu Geschichte, Politik und Ökonomie des Wohnens gegeben.
In einer Podiumsdiskussion am 24.Juni 2021 um 18:30 Uhr stellen sie das Buch vor. Mit der Initiative Deutsche Wohnen & Co Enteignen, der Kampagne Mietenstopp und euch wollen die Autoren nach Schnittstellen und ungenutzten Potenzialen für eine beiderseitige Kooperation suchen und über Mythen in der Wohnungspolitik diskutieren.

https://www.youtube.com/watch%3Fv%3DRVxfuZlqqUE%20

Buchbestellung:

https://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/detail/artikel/wohnen-zwischen-markt-staat-und-gesellschaft/

 

Mieten Stopp – Am 1. Mai mit dem Rad unterwegs zu leerstehenden Häusern

Am 1. Mai 2021 zogen einige Aktivist*innen von Recht auf Stadt Köln und von WohnenWagen auf Fahrrädern durch Köln, um auf Leerstand aufmerksam zu machen und für die Forderung nach einem Mietenstopp. 

Besucht wurde das seit Jahren leerstehende Haus Baden in der Mainzer Straße, das Haus in der Engelbertstr. 37 und das Ladenlokal im Blaubach 43.

Nur drei Beispiele für eine lange Reihe von leerstehenden Häuser in unserer Stadt. Ein Skandal wie wir finden.

Ein kurzer Videoeinblick: Link

Offener Brief: Wir fordern einen „Runden Tisch Wohnen“!

Bisher hat die bestimmende Kölner Politik und die Stadtverwaltung beim Bau von für alle Bürger*innen bezahlbaren Wohnungen versagt. Das Ergebnis der Kommunalwahl hat nun die politischen Kräfte in Köln verschoben.

Können/sollen die Stadtbürger*innen ein neues Ratsbündnis intensiver unterstützen, damit auch in Köln der Bau von mehr dringend benötigten Sozialwohnungen realisiert werden kann?

Dies wird von verschiedenen Initiativen unter dem Titel „Mietenwahnsinn“ erörtert und es gibt die Überlegung, vom Rat die Einrichtung eines „Runden Tisches Wohnen“ zu fordern. WohnenWagen! unterstützt eine solche Forderung und wünscht auch Sitz und Stimmrecht in dem Gremium.

Ein offener Brief, der an alle relevanten politischen Parteien verschickt wurde, soll diese Forderung bekräftigen. Link zum Brief

 

„Ohne Kerosin nach Berlin“ – aber mit WohnenWagen!

Nach 1.500 km auf Landstraße, kleinen Wegen und Autobahnen ist der Wohnwagen gestern Abend wieder von der Tour „Ohne Kerosin nach Berlin“ an seinen Stellplatz in Rodenkirchen zurückgekehrt. Er hat 14 Tage als Werkstatt und Schlafplatz gedient, die Aufmerksamkeit vieler Menschen auf sich gelenkt und ihr Interesse geweckt.

Die Students for Future bedanken sich ausdrücklich bei WohnenWagen für die Bereitstellung dieses tollen Gefährts.

 

sff-koeln.de/ohne-kerosin-nach-berlin/

https://ohnekerosinnachberlin.com/oknb-film/

           

Ihr wollt WOHNEN WAGEN!

bei euch starten?

Gerne! Meldet euch unter
info@wohnen-wagen.de